Über das Tragen


Wussten Sie, dass der Kinderwagen erst vor 200 Jahren erfunden wurde? Wie wurden Babys vorher transportiert?
Genau - sie wurden getragen!

 

Tragen ist die ursprünglichste Art, sein Kind immer bei sich zu haben bzw. von einem Ort zum anderen zu “bewegen”. Wenn wir noch etwas weiter zurück schauen, wird schnell klar, dass das Tragen lebenswichtig war für die Nachkommen. Der Nachwuchs musste immer bei den Eltern sein. Nur so wurde er ausreichend vor Kälte, Tieren oder anderen Gefahren geschützt.


Das Tragen schenkt eine große Nähe, das Kind fühlt sich geborgen, es weiß vertraute Personen nah bei sich, es wird gewärmt, hört Stimmen, den Herzschlag. Durch die ständige Bewegung werden Muskeln und Gelenke des Kindes angeregt, der Gleichgewichtssinn wird unterstützt. Das Kind erfährt den eigenen Körper und den des anderen. Und es spürt Begrenzungen. All diese Punkte führen dazu, dass das menschliche Junge in der Verhaltensbiologie auch dem Typus des “Traglings” zugeordnet wird.

Auch wenn es aufgrund der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung inzwischen möglich ist, ein Baby kurzzeitig allein zurückzulassen (keine Gefahr durch Tiere, sicherer Aufenthaltsort), entspricht dies nicht dem Naturell eines Kindes. Ein Baby wird immer bestrebt sein, den Körperkontakt zu suchen. Das bedeutet für einen Säugling Sicherheit und Schutz.

 

Ursprünglich krallte sich der Nachwuchs im Fell der Mutter fest - ein Bild, welches wir von unseren “Vorfahren”, den Affen, kennen. Doch je mehr sich der Mensch entwickelte, desto weniger wurde auch die Behaarung.

Letztlich stellen heutige Tragehilfen nur einen Fell- und Armersatz dar.
Tragen gibt Geborgenheit. Das Kind spürt Vertrautes aus dem Mutterleib (Geräusche, Stimmen etc.). Dabei fühlt es immer menschliche Nähe. Es kann die Stimmung des Trägers aufnehmen und so auch ungewohnte Geräusche und Situationen besser einschätzen.

Richtiges Tragen unterstützt die Entwicklung des Kindes - sowohl körperlich, als auch geistig. Tragen entspannt (besonders für Kolik-Babys von großem Vorteil).

Eltern empfinden beim Tragen innige Verbundenheit. Sie haben ständigen Kontakt zu ihrem Kind - und dabei doch beide Hände frei.


Tragetücher - und hilfen sind (meist) leicht und unkompliziert verstaubar. Tragetücher lassen sich zu dem als Wind-, Sonnen- oder Regenschutz zweckentfremden bzw. auch als Decke oder Wickelunterlage nutzen.

 

Getragen wurde schon immer - in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Auch in der heutigen Zeit ist das Tragen von Kindern keine Modeerscheinung in der westlichen Welt.
Im Gegenteil - in vielen Teilen der Welt ist das Tragen von Babys ein wichtiger Teil der Kultur.